SBB. Jetzt reichts aber langsam!
Schon vor einigen Wochen konnte man in den Medien über bevorstehende Preiserhöhungen der SBB-Billete lesen. Ich kenne niemanden, der dabei nicht den Kopf geschüttelt hatte. Aus der Sicht der meist im Zug stehenden Pendler ist dies nicht gerechtfertigt. Die Züge verspäten sich, die Sitzplätze in der 2. Klasse sind rar und die 1. Klasse gähnend leer.
Die Preiserhöhung habe ich persönlich am eigenen Leibe erfahren müssen. Mein Generalabonnement der SBB hat mich bis vor kurzem noch 205 CHF im Monat gekostet. Heute gebe ich knapp 300 CHF dafür aus. Und was habe ich davon? Vermehrt verspätete Züge, verpasste Anschlüsse und mühsames Stehen in den Abteilen. Ich will gar nicht wissen, was mich ein 1. Klass-Generalabonnement kosten würde…
Ich stelle die Frage in dern Raum, was es die SBB denn kosten würde, einfach zur Rush-Hour einfach nochmal zwei bis drei Wagons an den Zug anzuhängen? Wenn die sich die SBB dazu bereiterklären könnte würde ich es vielleicht in Betracht ziehen, den Preisaufschlag der Billete und Abonnemente inkaufzunehmen. Vielleicht.
Unerhört
Wie heute im Tagesanzeiger zu lesen war, scheint es den SBB wirklich nur um’s Geld zu gehen. Ein Fahrgast welcher den Anschlusszug am nächsten Bahnhof nicht verpassen wollte, machte sich beim Einfahren in den Bahnhof auf den Weg an die Spitze des Zuges um dort auszusteigen, dem Anschlus-Zug näher zu sein und diesen so nicht zu verpassen. Das haben wir alle schon einmal gemacht. Dumm nur, dass sich an der Zugspitz meist die 1. Klasse befindet.
Einem Regelwerk der SBB zufolge ist es einem 2. Klasse-Passagier zu keiner Zeit erlaubt sich in der 1. Klasse aufzuhalten. Auch nicht für die wenigen Minuten bis zum Aussteigen am Bahnhof. Und wem ist folgendes nicht auch schon passiert: Noch knapp zwei Minuten bis der Zug losfährt und man drängelt sich noch immer durch die Haupthalle des Hauptbahnhofs in Zürich. Man rennt aufs Perron und steigt gleich durch die erste Türe in den noch stehenden Zug ein. Gemütlich schlendert man so im Zug in die 2. Klasse und nimmt dort Platz – sofern freie Plätze vorhanden sind.
Das ist ebenfalls nicht erlaubt. Man kann dafür gebüsst werden.
Schade, SBB. Wirklich schade.
Auch schon passiert: Eine Freundin von uns MUSS mit Ihrem Kinderwagen im Erstklass Vorabteil STEHEN. Da in der zweiten Klasse auch diese Bereiche vollgestopft sind und kein Kinderwagen platz gehabt hätte.
Sie wurde gebüsst! Eine Frechheit sowas.
In der Regel können Mütter mit Ihren schlafenden Baby’s sowieso nicht auf einen Sitzplatz, da man ein Baby, welches gerade eingeschlafen ist nicht herausnimmt und weckt, nur damit man sitzen kann.
Trotzdem müssen die Mütter genau soviel bezahlen wie alle anderen.
Ich versteh die SBB auch nicht immer.
Ich meine ich zahle für mein GA genau soviel wie jeder andere.
Meine Reisewege sind atypisch und azyklisch.
Wo ein Reisender zwischen Bern und Zürich mittlerweile doch sehr angenehmes Rollmaterial zur Verfügung hat bin ich auf der Strecke Blumenau St.Gallen mit schäbigen, nach P**se stinkenden Uralt-Rollmaterial unterwegs. Im Winter friert man, da die Heizung oft ausfällt und im Sommer schwitzt man, da man Fenster zum öffnen vergeblich sucht.
Wo bleibt hier die Fairness? Ich finanziere die vielbefahrenen Strecken ja schon mit, da auf “meiner” Strecke bestimmt seit 15 Jahren nichts am Rollmaterial verändert wurde.
Jetzt reichts aber langsam!
Guter Artikel. Vielliecht darf man aber auch noch sagen:
- Das Autofahren wird auch immer teurer.
- “Das ist ebenfalls nicht erlaubt. Man kann dafür gebüßt werden.” -> habe ich aber noch nie erlebt oder gehört. Man kann noch so für einiges gebüßt werden ;)
- Ich hatte ein Zeit lang ein 1. Klasse Abo und wenn ich mich auf dem Zug befunden habe, waren diese Plätze auch belegt (also man hat in der Regel schon noch einen Platz gefunden). Man hat einfach mehr Platz zum Arbeiten mit dem Notebook zbsp. schon Praktisch.
- Und es ist wie mit allem: Man gewöhnt sich daran und in einem Jahr darfst du bei diesem Eintrag die Zahlen und Datum ändern.
[...] This post was mentioned on Twitter by Ralph Bolliger , claudio cro. claudio cro said: RT @ralphbolliger: Druckfrisch: “SBB. Jetzt reichts aber langsam!” (http://cli.gs/9UJRA) [...]
Stehplätze sind ein Ärgernis, ohne Frage. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, “einfach zusätzliche Wagen anzuhängen”. Irgendjemand muss ja diese Wagen bezahlen. Und in der Schweiz wird das Rollmaterial der Eisenbahnen von den Betreibern selbst gezahlt; also nicht via Steuern oder sonstige staatlichen Gebühren.
Das Rollmaterial muss also durch die Billetteinnahmen finanziert werden. Und daher ist es unmöglich, den Bedarf an Waggons auf die Spitzenzeiten auszurichten. Finanziell wäre das einfach nicht tragbar.
Was die Situation mit den Zweitklassreisenden in der ersten Klasse anbelangt, habe ich bereits auf schweizweit.net einen längeren Artikel geschrieben.